Was ändert sich mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G?

Schon jetzt, nur drei Wochen nach Abschluss der Versteigerung der 5G-Lizenzen, können die Kunden der Telekom 5G nutzen, zumindest in Berlin und Bonn. Besonders spannend ist die Einführung nicht zuletzt wegen eines Partners der Telekom, dem chinesischen Netzwerkausrüster Huawei. Dabei steht weniger der Nutzen, als vielmehr die Gefährdung der Sicherheit, durch die neue Technologie im Vordergrund.

5G in Deutschland: Es ist kritische Infrastruktur

Irgendwie scheint es in Deutschland noch nicht richtig angekommen zu sein, dass es sich bei 5G um kritische Infrastruktur (KRITIS) handelt. Das heißt diese ist ähnlich gefährdet, wie zum Beispiel Stromnetze, Pipelines, Banken, oder auch Krankenhäuser. Diesen Zielen ist gemeinsam, dass sie für einen funktionierenden Staat unentbehrlich sind, weil damit wichtige gesellschaftliche Funktionen verknüpft sind. Mit KRITIS wird die Gesundheit und Sicherheit, sowie das wirtschaftliche und soziale Wohlergehen der Bevölkerung abgesichert.

5G in Deutschland: Sicherheit bisher kaum Thema

Während in Ländern, wie Australien, Neuseeland und den Vereinigten Staaten von Amerika sehr genau darauf geachtet wird, mit wem man bei 5G zusammenarbeitet und vor allem, mit wem nicht, sieht man das hierzulande etwas weniger kritisch. So arbeitet die Telekom möglicherweise, mit dem in die Kritik geratenen und unter Spionageverdacht stehenden, chinesischen Ausrüster Huawei zusammen. Dabei kann sie sich auf Rückendeckung der Bundesregierung berufen, die keine rechtliche Handhabe für einen Ausschluss des chinesischen Technolgie- und Preisführers erkennen kann. Sofern man sich mit dem Thema Sicherheit von 5G beschäftigt, wird es in Deutschland von der viel lauteren Diskussion, über die Netzabdeckung, übertönt.

5G in Deutschland: Viele neue Angriffsmöglichkeiten

Die neuartigen 5G-Netzwerke bestehen aus wesentlich mehr Komponenten als die bisherigen Netzwerke, zudem wird man es mit sehr viel kürzeren Latenzzeiten zu tun bekommen, so dass eigentlich zu wenig Zeit bleibt, um, wie bisher bei der Deep Packet Inspection, jedes einzelne Datenpaket zu überprüfen. Verschärfend kommt hinzu, dass noch recht junge Bausteine der neuen Technologie zum Einsatz kommen werden, die noch zusätzliche Angriffsflächen bieten. Über die vielfältigen Geräte von Smartphones, über autonome Fahrzeuge, sowie Anlagen der Industrie 4.0, bis hin zum Internet der Dinge entstehen so mögliche Schwachstellen mit unterschiedlichen Risiken. Diese reichen vom altbekannten Phishing und der Verbreitung von Schadsoftware, nun über 5G,  bis hin zu Überlastangriffen auf Mobilfunknetze.

5G in Deutschland: Eigene Sichtweise der Telekom

Zwar betont die Telekom in offiziellen Verlautbarungen immer wieder, dass es ihr, vor allem anderen, um die Sicherheit gehe, aber ob diese Lippenbekenntnisse im wirtschaftlichen Wettbewerb Bestand haben ist keineswegs gesichert. Denn Huawei und ZTE bieten der Telekom moderne Produkte zu niedrigen Preisen an. So wäre es aus Perspektive der Telekom nur rational, wenn sie die bewährte Zusammenarbeit mit den Chinesen fortsetzt, denn sie muss keinerlei Haftungsrisiko bezüglich der Sicherheitsgefährdung tragen, die sich aus der Kooperation mit chinesischen Anbietern ergibt.

5G in Deutschland: Vodafone mit 5G in der Bundesliga

Am 03.07.2019 gaben Vodafone und die Deutsche Bundesliga (DFL) eine 5G-Zusammenarbeit für die kommenden zwei Bundesliga-Spielzeiten bekannt. Mit einer gemeinsam zu entwickelnden Echtzeit-App sollen die Stadionbesucher mit zusätzlichen Informationen und Spieldaten vom vom Spielfeld versorgt werden. So sollen sie augenblicklich erfahren, wie

schnell ein Spieler gerade gerannt ist. Bisher standen den Fans Daten und Analysen erst mehrere Stunden nach dem Spiel am heimischen Fernseher zur Verfügung. Sicher gehen die Meinungen, ob dieses vermeintlichen Mehrwertes, weit auseinander.

Resch Datenschutz – Experten für DSGVO/Expertise im Datenschutz

Wenn Sie Fragen zur DSGVO oder allgemein zum Datenschutz haben, rufen Sie an unter 030 885 9770, oder füllen Sie den Fragebogen aus. Sie erhalten dann eine kostenlose erste Einschätzung Ihres Falles.