Datenleck in der Helios-Klinik

Mit einer großen Anzeige machte die Helios-Klinik auf ein Datenleck aufmerksam, der sich in einem stillgelegten Klinikgebäude in Berlin-Buch zugetragen hat. Dieses Gebäude gehörte einst zum Klinikum der Staatssicherheit. Könnte das der Grund für einen Datendiebstahl gewesen sein?

Persönliche Daten ungeschützt zurückgelassen
In dem seit dem Jahr 2007 stillgelegten Gebäude war einst das Krankenhaus des Ministeriums für Staatssicherheit MfS untergebracht. In dieser Klinik wurden die Stasi-Mitarbeiter und Agenten behandelt, aber auch Sicherheitskräfte aus afrikanischen DDR-Freundesstaaten. Nach der Übernahme des sogenannten „Waldhauses“ wurde im Jahr 2007 das Gebäude geräumt. Offenbar wurden aber die Unterlagen von rund 25.000 Menschen dort zurückgelassen. Diese Unterlagen betreffen Angaben zu orthopädischen und unfallchirurgischen Eingriffen und Betäubungsmitteldokumentationen und über Informationen der damals im Krankenhaus beschäftigten Mitarbeiter.

Patientendaten sind besonders zu schützen
Bei den Unterlagen handelt es sich um 3 OP-Bücher, in denen die Operationen von rund 6.000 Patienten aufgelistet sind, die in den Jahren 1962 bis 1979 dort operiert wurden. Des Weiteren wurden 27 Aktenordner mit Kopien aus OP-Protokollen aus den Jahren 1991 bis 1999 gefunden.
Nach Angaben der Helios-Klinik handelt es sich dabei nicht um die vollständigen Patientenakten, sondern lediglich eine Auflistung der operativen Eingriffe. Dabei wurden allerdings die Namen und Geburtsdaten sowie die Angaben zu den Diagnosen und den behandelnden Ärzten schriftlich festgehalten.

Sind persönliche Daten gestohlen worden?
Nach Angaben der Helios-Klinik seien die Unterlagen „unbefugten Dritten zur Kenntnis gelangt“. Zudem könne „nicht ausgeschlossen werden, dass Unterlagen aus dem Objekt entwendet wurden und weitere unbefugte Dritte Einsicht in die Unterlagen nehmen konnten“.

Was sind Motive für einen Datenklau?
Man mag sich nach den Motiven fragen und hoffen, dass der oder die Täter keinerlei Interessen hatten und hier zufällig auf die Daten gestoßen sind. Nicht ausgeschlossen werden kann jedoch auch, dass jemand ein besonderes Interesse an den ehemaligen Mitgliedern der DDR-Staatssicherheit hat, Die Stasi hat nach der Wende eigentlich alles getan hat, um ihre Mitarbeiter vor der Bloßstellung zu schützen. Aber viele der Opfer werden es begrüßen, wenn die Mitarbeiter entlarvt werden.

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