DSGVO – Abmahnung für Privatpersonen möglich?

Nutzt eine Privatperson soziale Netzwerke wie z.B. Facebook, Messenger wie WhatsApp oder Emails,  begeht sie hierdurch erstmal keinen Datenschutzverstoß, da die DSGVO nicht für Privatpersonen anwendbar ist. Es ist jedoch im Falle einer Abmahnung notwendig, sich den konkreten Einzelfall anzuschauen und zu entscheiden, ob tatsächlich ein privater Schwerpunkt der Datennutzung vorliegt.

Private Zwecke bereits in der DSGVO selbst ausgeschlossen
Die DSVGO schließt im Anwendungsbereich bestimmte private Bereiche vom Datenschutzbereich aus. Hier gilt insbesondere der familiäre Bereich. Eine Gefahr der Abmahnung aufgrund von privater Nutzung von Daten, Fotos und dergleichen im Rahmen von familiären Anlässen etwa besteht damit nicht. Hier kann auch kein Dritter abmahnen, da die DSGVO unter Art.2 DSGVO klare Ausnahmen definiert.

Gefahr einer Abmahnung für private Blogger, User und Webseitenbetreiber
Hat man als scheinbar privater Datenverarbeiter eine Abmahnung erhalten, gilt es schnell zu handeln. Handelt es sich doch nicht um einen reinen privaten Blog oder eine private Webseite, so droht auch einer vermeintlichen Privatperson die Gefahr einer strafbewehrten Abmahnung. Die empfindlichen Strafen in Höhe von bis zu 4 % des weltweiten Umsatzes gilt es in jedem Falle zu vermeiden.

Konforme Gestaltung privater Webseiten um Abmahnung vorzubeugen
Eine vorbeugende Maßnahme gegen Abmahnung ist sicher die Überarbeitung und Neugestaltung der eigenen digitalen Angebote. Wer z.B. Google Analytics nutzt, die Besuche des Blogs speichert und protokolliert oder gar Kommentarfunktionen verwendet, ist sicherlich nicht mehr als privat im Sinne der DSGVO zu bewerten. Es empfiehlt sich für vermeintlich private Anbieter vor allem, zu überprüfen, ob wirklich alle Daten, die erhoben werden, notwendig sind. Als ausschließlich privater Blogger muss man aber nicht befürchten, dass einem die Datenschutzbehörde den Server beschlagnahmt oder am Ende enorm hohe Bußgelder verhängt.

Anwaltliche Überprüfung zur Vorbeugung privater Abmahnungen
Es empfiehlt sich für jeden Blogger, Betreiber oder sonstigen Webaktiven seine vermeintlich privaten Angebote anwaltlich überprüfen zu lassen. Dies ist der sicherste Weg, einer privaten Abmahnung vorzubeugen. Ob eine Webseite, ein Blog oder Chatanagebot privat oder doch gewerblich ist, kann abschließend nur ein Anwalt beurteilen. Hierbei sollten Sie auf Erfahrung und Expertise im Wettbewerbs- und Datenschutzrecht setzen.

Resch Datenschutz – Experten für DSGVO
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